Discussion:
Paketmanager
(zu alt für eine Antwort)
Alexander Goetzenstein
2025-01-01 11:56:29 UTC
Permalink
Hallo,
angeregt durch den Nachbarthread, den ich nicht entführen wollte, regt
sich in mir die Neugier, warum es überhaupt so viele verschiedene
Paketmanager und damit einhergehend auch Paketformate gibt. Dafür muss
es ja Gründe geben; vermutlich hat dem Einen oder Anderen bei den
ursprünglich verfügbaren Ausführungen etwas gefehlt.

Was das ist, habe ich, der ich mit openSUSE noch immer rpm mit zypper
bzw. yast nutze, bislang nicht gefunden. Seitdem es alien nicht mehr
gibt, fällt es mir auch immer wieder mal auf den Fuß, dass bestimmte
Pakete nicht als rpm verfügbar sind. Auch scheue ich mich allgemein, den
einen zentralen Paketmanager manuell durch eigene Installationswege zu
übersteuern, da ich mich dabei schon mehr als einmal verlaufen habe, was
letztendlich in einem Neubeginn mit frischer Installation endete.

Wie ist zu beurteilen, was an den einzelnen Paketmanagern und -formaten
gegenüber anderen besser ist oder fehlt, v.a. in technischer Hinsicht?
--
Gruß
Alex
Tim Ritberg
2025-01-01 12:18:53 UTC
Permalink
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
angeregt durch den Nachbarthread, den ich nicht entführen wollte, regt
sich in mir die Neugier, warum es überhaupt so viele verschiedene
Paketmanager und damit einhergehend auch Paketformate gibt. Dafür muss
es ja Gründe geben; vermutlich hat dem Einen oder Anderen bei den
ursprünglich verfügbaren Ausführungen etwas gefehlt.
Frag dich doch erst mal warum es so viele Linux-Distros gibt... ;-)
Frag dich doch erst mal warum es so viele Automarken/Hersteller/Modelle
gibt? Hat das 3-Rad vom Benz nicht gereicht?

Tim
Marcel Mueller
2025-01-01 12:31:57 UTC
Permalink
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
angeregt durch den Nachbarthread, den ich nicht entführen wollte, regt
sich in mir die Neugier, warum es überhaupt so viele verschiedene
Paketmanager und damit einhergehend auch Paketformate gibt. Dafür muss
es ja Gründe geben; vermutlich hat dem Einen oder Anderen bei den
ursprünglich verfügbaren Ausführungen etwas gefehlt.
Historisch gewachsen. Jede Distro brauchte halt einen.
Und jetzt gibt es praktisch keinen Weg mehr zur Konvergenz derselben.
Post by Alexander Goetzenstein
Was das ist, habe ich, der ich mit openSUSE noch immer rpm mit zypper
bzw. yast nutze, bislang nicht gefunden. Seitdem es alien nicht mehr
gibt, fällt es mir auch immer wieder mal auf den Fuß, dass bestimmte
Pakete nicht als rpm verfügbar sind. Auch scheue ich mich allgemein, den
einen zentralen Paketmanager manuell durch eigene Installationswege zu
übersteuern, da ich mich dabei schon mehr als einmal verlaufen habe, was
letztendlich in einem Neubeginn mit frischer Installation endete.
Ich bin eher im Debian-Universum unterwegs. Da benutzen alle
glücklicherweise dasselbe Backend. Und man kann sie daher weitgehend im
fliegenden Wechsel nutzen.
Post by Alexander Goetzenstein
Wie ist zu beurteilen, was an den einzelnen Paketmanagern und -formaten
gegenüber anderen besser ist oder fehlt, v.a. in technischer Hinsicht?
Ich glaube, die geben sich funktionell nicht viel. Die Anforderungen
sind ja am Ende weitgehend gleich. Wenn ich da ein yast mit aptitude
vergleiche ist das irgendwie dasselbe in grün.


Marcel
Bernd Mayer
2025-01-01 12:45:59 UTC
Permalink
Post by Marcel Mueller
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
angeregt durch den Nachbarthread, den ich nicht entführen wollte, regt
sich in mir die Neugier, warum es überhaupt so viele verschiedene
Paketmanager und damit einhergehend auch Paketformate gibt. Dafür muss
es ja Gründe geben; vermutlich hat dem Einen oder Anderen bei den
ursprünglich verfügbaren Ausführungen etwas gefehlt.
Historisch gewachsen. Jede Distro brauchte halt einen.
Und jetzt gibt es praktisch keinen Weg mehr zur Konvergenz derselben.
Hallo,

bei Fedora gab es offenbar auch mal apt (um oder bis zur Version 26).

Positiv ist immerhin, daß zahlreiche Optionen in der Konsole ähnlich
oder sogar identisch sind von apt zu rpm/yum/dnf.

https://docs.fedoraproject.org/en-US/quick-docs/dnf-vs-apt/


Bernd Mayer
Ralph Aichinger
2025-01-01 13:11:37 UTC
Permalink
Post by Bernd Mayer
bei Fedora gab es offenbar auch mal apt (um oder bis zur Version 26).
apt ist sowas wie eine "Zwischenschicht" im Paketmanagement. Man kann
Debian im Prinzip auch ohne apt betreiben, nur mit dem Paketmanager der
tieferen Schicht, "dpkg". apt baut auf dpkg auf (oder rpm).
Post by Bernd Mayer
Positiv ist immerhin, daß zahlreiche Optionen in der Konsole ähnlich
oder sogar identisch sind von apt zu rpm/yum/dnf.
https://docs.fedoraproject.org/en-US/quick-docs/dnf-vs-apt/
Gefühlt hat sich das Bedienmodell von apt durchgesetzt, und fast alle
Paketmanager auf der Commandline bedient sich mittlerweile ähnlich und
verwendet ähnliche Begriffe.

/ralph
Marc Haber
2025-01-02 15:34:24 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
Post by Bernd Mayer
bei Fedora gab es offenbar auch mal apt (um oder bis zur Version 26).
apt ist sowas wie eine "Zwischenschicht" im Paketmanagement. Man kann
Debian im Prinzip auch ohne apt betreiben, nur mit dem Paketmanager der
tieferen Schicht, "dpkg". apt baut auf dpkg auf (oder rpm).
rpm konnte in der Zeit vor yum mehr als dpkg. Musste es auch, weil es
yum nicht gab. So einfach kann man die Schichten von dpkg/apt und
rpm/yum/dnf etc nicht vergleichen, die beiden Systeme sind doch sehr
unterschiedlich geschnitten.

Grüße
Marc
--
----------------------------------------------------------------------------
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Rhein-Neckar, DE | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 6224 1600402
Ralph Aichinger
2025-01-01 13:07:28 UTC
Permalink
Post by Alexander Goetzenstein
angeregt durch den Nachbarthread, den ich nicht entführen wollte, regt
sich in mir die Neugier, warum es überhaupt so viele verschiedene
Paketmanager und damit einhergehend auch Paketformate gibt. Dafür muss
es ja Gründe geben; vermutlich hat dem Einen oder Anderen bei den
ursprünglich verfügbaren Ausführungen etwas gefehlt.
Es hat schon sehr sehr lange 2 große Familien von Paketmanagern gegeben
(davor hat Slackware iirc schon .tgz-Files oder sowas ausgeliefert, aber
nichts was einfache Upgrades, auflösen von Abhängigkeiten o.ä. kann):
.deb von Debian und .rpm von RedHat.

Aus meiner Sicht ist es schade, dass man sich nicht frühzeitig auf das
technisch bessere System von Debian geeinigt hat, aber das ganze ist
wohl auch darin begründet, dass das Frontend von Debian, IIRC
"dselect" am Anfang sehr eigenwillig in der Bedienung (bis unbedienbar
für den Otto Normalverbraucher) war. Das Paradigma von apt, das sehr
erfolgreich geworden ist, ist erst viel später gekommen.

Daneben gibt es noch 2 größere Gruppen von Paketformaten:

* Source-Formate (wie es glaube ich immer noch Gentoo verwendet
und eventuell Arch?)

* Paketformate für minimale und embedded-Distributionen wie opkg
(was derzeit OpenWRT verwendet) oder .apk (was Alpine verwendet,
und OpenWRT zukünftig nutzen wird), die einfach aus Beschränkungen
der Ressourcen raus entstanden sind.
Post by Alexander Goetzenstein
Was das ist, habe ich, der ich mit openSUSE noch immer rpm mit zypper
bzw. yast nutze, bislang nicht gefunden. Seitdem es alien nicht mehr
gibt, fällt es mir auch immer wieder mal auf den Fuß, dass bestimmte
Pakete nicht als rpm verfügbar sind.
Bei obskurer Software dürfte Debian einen geringen aber manchmal
spürbaren Vorsprung in der Breite dessen, was verfügbar ist haben.
Aber alles kann man auch unter Debian nicht mit .deb abdecken (war
gefühlt schon mal besser): Dafür verändern sich viele Softwaresysteme
einfach zu schnell (z.B. das von node.js).

Durch die Containerisierung hat auch die Bedeutung von
Distributionspaketen abgenommen. Vieles an Software will man auch
gar nicht unter einer Distribution betreiben, weil es zu komplex ist,
z.B. würde ich niemandem raten Home Assistant anders als als HaOS
baremetal oder in einer VM zu betreiben, selbst wenn Debian-Leute
probieren Teile davon zu paketieren.

Im Zuge der Popularisierung von virtuellen Maschinen ist auch die
Bereitschaft von Softwareentwicklern geschrumpft, ihre Software zu
einem "good citizen" zu machen, der sich mit anderer Software auf der
gleichen Maschine verträgt.
Post by Alexander Goetzenstein
Auch scheue ich mich allgemein, den
einen zentralen Paketmanager manuell durch eigene Installationswege zu
übersteuern, da ich mich dabei schon mehr als einmal verlaufen habe, was
letztendlich in einem Neubeginn mit frischer Installation endete.
Unter Debian finde ich es schon sehr schwierig, das System in einen
Zustand zu bringen aus dem man nicht mehr rauskommt.
Post by Alexander Goetzenstein
Wie ist zu beurteilen, was an den einzelnen Paketmanagern und -formaten
gegenüber anderen besser ist oder fehlt, v.a. in technischer Hinsicht?
Technisch war zumindest am Anfang .deb geringfügig besser als .rpm,
z.B. weil IIRC Abhängigkeiten klarer definiert waren, und config files
in Ruhe gelassen wurden (zum Teil auch eine Frage der Policy, nicht des
Formates).

Ich würde die Distributionswahl nicht daran festmachen.

Mittlerweile ist das IMHO fast Jacke wie Hose.

/ralph
Nico Hoffmann
2025-01-01 14:06:50 UTC
Permalink
Post by Ralph Aichinger
* Source-Formate (wie es glaube ich immer noch Gentoo verwendet
Ja. Gestern habe ich ein Update inkl. Kernel durchgeführt. Wenn's
einmal konfiguriert ist ("gentoo is about choice"), muss man nur noch
abwarten, bis der Rechner mit dem Bauen fertig ist :-)
Post by Ralph Aichinger
und eventuell Arch?)
Nein, zumindest nicht per default. Arch hat pacman, und es werden
Binärpakete installiert.
Post by Ralph Aichinger
* Paketformate für minimale und embedded-Distributionen wie opkg
(was derzeit OpenWRT verwendet) oder .apk (was Alpine verwendet,
und OpenWRT zukünftig nutzen wird), die einfach aus Beschränkungen
der Ressourcen raus entstanden sind.
opkg kenne ich nicht, aber vermutlich ist z.B. yocto noch einmal etwas
anderes. Man kann natürlich darüber streiten, ob yocto noch als
Paketmanager zählt...


N.
--
Mein Haus, mein Auto, mein Boot, meine Signatur.
Tim Ritberg
2025-01-01 13:11:27 UTC
Permalink
Post by Alexander Goetzenstein
Hallo,
angeregt durch den Nachbarthread, den ich nicht entführen wollte, regt
sich in mir die Neugier, warum es überhaupt so viele verschiedene
Paketmanager und damit einhergehend auch Paketformate gibt. Dafür muss
es ja Gründe geben; vermutlich hat dem Einen oder Anderen bei den
ursprünglich verfügbaren Ausführungen etwas gefehlt.
Frag dich doch erst mal warum es so viele Linux-Distros gibt... ;-)
Frag dich doch erst mal warum es so viele Automarken/Hersteller/Modelle
gibt? Hat das 3-Rad vom Benz nicht gereicht?

Tim
Hermann Riemann
2025-01-02 17:23:55 UTC
Permalink
Post by Alexander Goetzenstein
angeregt durch den Nachbarthread, den ich nicht entführen wollte, regt
sich in mir die Neugier, warum es überhaupt so viele verschiedene
Paketmanager und damit einhergehend auch Paketformate gibt. Dafür muss
es ja Gründe geben; vermutlich hat dem Einen oder Anderen bei den
ursprünglich verfügbaren Ausführungen etwas gefehlt.
Was das ist, habe ich, der ich mit openSUSE noch immer rpm mit zypper
bzw. yast nutze, bislang nicht gefunden. Seitdem es alien nicht mehr
gibt, fällt es mir auch immer wieder mal auf den Fuß, dass bestimmte
Pakete nicht als rpm verfügbar sind. Auch scheue ich mich allgemein, den
einen zentralen Paketmanager manuell durch eigene Installationswege zu
übersteuern, da ich mich dabei schon mehr als einmal verlaufen habe, was
letztendlich in einem Neubeginn mit frischer Installation endete.
Wie ist zu beurteilen, was an den einzelnen Paketmanagern und -formaten
gegenüber anderen besser ist oder fehlt, v.a. in technischer Hinsicht?
Ich bin SuSE gewohnt, also yast, und wenn es nicht funktioniert zypper.
Bei anderen Distributionen versuche ich es erst mit deren GUI.
Aber die scheint mir mehr zu Spiele, multimedia etc ausgelegt,
und nicht zum programmieren.
Da suche ich gelegentlich noch mir mit apt* irgendwas zu basteln.
Je nach Alter der Bücher scheinen mir die Kommandos anders auszusehen.

Hermann
der heute Otto Normalverbraucher nicht mehr
so einfach empfehlen würde.
--
<http://www.hermann-riemann.de>
Gregor Szaktilla
2025-01-02 18:16:28 UTC
Permalink
Post by Hermann Riemann
...
Hermann
   der heute Otto Normalverbraucher nicht mehr
   so einfach empfehlen würde.
Nein, auf keinen Fall! Wir brauchen die besten der Besten der Besten,
also Megatop-Weltspitzenverbraucher!

SCNR

Gregor
--
Dreck ist Materie am falschen Platz. (Schotty)
Loading...